12 Fakten zu Rücken-schmerzen, die Sie kennen sollten!

12 Fakten zu Rücken-schmerzen, die Sie kennen sollten!

1.Rückenschmerz ist weit verbreitet.

Unabhängig vom Alter und Verschleiß leiden weltweit 84% aller Menschen innerhalb ihres Lebens darunter. Meistens verschwinden die Schmerzen auch ohne Therapie, rasch und von selbst. Nur äußerst selten sind sie gefährlich.

 

2. Anhaltende Rückenschmerzen stehen nur selten mit starken Gewebeschäden in Zusammenhang.

Der Rücken ist stark. Wenn Sie eine Verletzung hatten, heilt das Gewebe innerhalb von 3 Monaten; wenn der Schmerz also nach dieser Zeit anhält, bedeutet das in der Regel, dass andere Faktoren dazu beitragen. Viele Rückenschmerzen beginnen ohne Verletzung oder im Zusammenhang mit einfachen Alltagsbewegungen. Rückenschmerzen können  mit Stress, Anspannung, Müdigkeit, Inaktivität oder ungewohnten Belastungen in Zusammenhang stehen, die den Rücken empfindlicher gegenüber Bewegung und Belastung machen.

 

3. Bildgebende Untersuchungen sind nur selten hilfreich.

Ihre Ergebnisse können Patienten verunsichern und damit eher schaden. Die meisten der Befunde lassen sich auch bei Menschen ohne Schmerzen finden. Ausschließlich bei vermuteten ernsten Ursachen (etwa 1% aller Fälle) oder wenn eine hochwertige Therapie keinen Erfolg bring, sind sie angebracht.

 

4. Rückenschmerzen werden nicht durch eine schlechte Haltung verursacht.

Wie wir sitzen, stehen oder uns drehen verursacht keine Rückenschmerzen, auch wenn diese Aktivitäten schmerzhaft sein können. Eine Vielzahl an Haltungen sind für den Rücken gesund. Es ist unbedenklich, sich während alltäglicher Belastungen, wie Sitzen, Drehen und Heben mit rundem Rücken zu entspannen – tatsächlich ist es effizienter auf diese Weise!

 

5. Der Rücken ist nicht sehr anfällig für Verletzungen und bedarf keines besonderen Schutzes.

Es gibt keine schädlichen Bewegungen oder Positionen und es bedarf auch keiner speziellen Stabilisierungen. Vielmehr kann ein entspanntes und selbstsicheres Bewegungsverhalten empfohlen werden. Vertrauen Sie Ihrem Rücken.

 

6. Der Rücken ist geschaffen für vielseitige Bewegung und verschleißt nicht durch alltägliche Belastung und Beugung.

Um für Belastungen im Alltag oder Sport gewappnet zu sein, sollte der Rücken (wie andere Körperregionen auch) trainiert werden. In ähnlicher Weise, wie das Heben von Gewichten die Muskeln stärkt, macht Bewegung und Belastung den Rücken stärker und gesünder. Aktivitäten wie Laufen, Drehen, Beugen und Heben sind sicher, wenn Sie die Belastung allmählich steigern und regelmäßig trainieren.

 

7. Schmerzverstärkung bedeutet nicht, dass Sie sich Schaden zugefügt haben.

Schmerzverstärkungen können sehr unangenehm und beängstigend sein, aber sie haben normalerweise nichts mit Gewebeschäden zu tun. Trigger dafür sind meist Dinge wie schlechter Schlaf, Stress, Anspannung, Sorge, schlechte Stimmung, Inaktivität oder ungewohnte Belastung. Diese Faktoren zu kontrollieren, kann dabei helfen, Schmerzverstärkungen zu vermeiden; wenn Sie mal eine Verschlimmerung erleben, ist es sinnvoll ruhig zu bleiben, sich zu entspannen und sich weiter zu bewegen, anstatt das Aufflackern der Schmerzen wie eine Verletzung zu behandeln.

 

8. Rückenschmerzen sind auch ohne Verletzung und/oder Verschleiß möglich.

Das bedeutet, dass Bewegungen und Positionen die schmerzen, nicht automatisch schädlich für Ihren Rücken sind. Nur in sehr wenigen Fällen haben Schmerzen überhaupt rein mechanische Ursachen. Viel häufiger spielt eine Summation von vielen Faktoren eine Rolle (z.B. Bewegungsmangel, Sorgen, Stress, Schlafstörung, private/berufliche Probleme, allgemeine Lebenszufriedenheit).

9. Spritzen, Operationen und starke Medikamente sind nur selten die Lösung.

Spritzen, OPs und starke Medikamente wie Opioide sind für die Behandlung von anhaltenden Schmerzen langfristig nicht sehr effektiv. Sie haben Risiken und können ungünstige Nebenwirkungen zeigen. Der Schlüssel ist, Lösungen mit geringen Risiken zu finden, die Ihnen die Kontrolle über Ihren Schmerz zurückgeben.

 

10. Bewegung ist das Mittel der Wahl bei Rückenschmerzen und schadet nicht.

Dabei ist es weniger wichtig, welcher Art die Bewegung ist, sondern, dass sie angenehm und einfach durchzuführen ist. Worauf haben Sie Lust, was ist Ihnen möglich? Keine Angst, tun Sie es! Empfohlen wird eine Bewegungsdauer von 30 Minuten und mehr; aber: Jede Aktivität zählt und hilft.

 

11. Warnung, auf dem Gesundheitsmarkt lässt sich mit Leid und Schmerz gutes Geld verdienen.

Fallen Sie daher nicht auf Trends und Produkte herein. Die meisten sind nicht wissenschaftlich getestet oder zeigen nur schwache und zu vernachlässigende Effekte. Sparen Sie Geld, bleiben Sie aktiv oder werden Sie aktiv!

 

12. Rückenschmerzen können behandelt und geheilt werden.

Was für andere Körperregionen zutrifft, gilt auch für den Rücken. Hierzu ist es wichtig alle möglichen Ursachen zu ermitteln. Diese können sehr vielschichtig sein (siehe Punkt 8.). Gehen Sie all diese Faktoren an und setzen Sie sich Ziele.  Keine Panik, wenn Beschwerden erneut auftreten. Sie sind nun informiert und wissen, was zu tun ist.

 

Quellen

O’Sullivan, P. B., Caneiro, J. P., O’Sullivan, K., Lin, I., Bunzli, S., Wernli, K., & O’Keeffe, M. (2019). Back to basics: 10 facts every person should know about back pain.

O’Keeffe, M. (2019). Non-pharmacological treatment of low back pain in primary care. Drug and therapeutics bulletin, 57(7), 104-108.

O’Keeffe, M., O’Sullivan, P. B., & O’Sullivan, K. (2019). Education can ‘change the world’: Can clinical education change the trajectory of individuals with back pain?.

Foster, N. E., Anema, J. R., Cherkin, D., Chou, R., Cohen, S. P., Gross, D. P., … & Turner, J. A. (2018). Prevention and treatment of low back pain: evidence, challenges, and promising directions. The Lancet, 391(10137), 2368-2383.

Hartvigsen, J., Hancock, M. J., Kongsted, A., Louw, Q., Ferreira, M. L., Genevay, S., … & Smeets, R. J. (2018). What low back pain is and why we need to pay attention. The Lancet, 391(10137), 2356-2367.

Almeida, M., Saragiotto, B., Richards, B., & Maher, C. G. (2018). Primary care management of non?specific low back pain: key messages from recent clinical guidelines. Medical Journal of Australia, 208(6), 272-275.

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