Chirotherapie bei unspezifischen Schmerzen in der BWS nicht besser als Placebo!!

„Ich hab´ das Gefühl, es müsste einmal richtig knacken und alles ist wieder o.k. Wer kennt solche Aussagen nicht von Patienten oder sich selbst, wenn es wieder einmal in der BWS „zwickt und zwackt“?

Eine aktuelle Studie von Crothers & Kollegen (2016) in der Fachzeitschrift „Chiropractic and Manual Therapies“ konnte dagegen bei 143 Patienten mit Schmerzen in der thorakalen Wirbelsäule (Einschluss-Kriterien auf Folie 1) keinen Unterschied zwischen einer Manipulationsbehandlung („high velocity low amplitude“), einer Bindegewebs-Behandlung mit der Graston-Technik (Folie 2) und einer Placebo-Behandlung mit einem „inaktiven Ultraschallgerät“ feststellen.

Behandelt wurde jeweils mit 10 Therapieeinheiten über 3-4 Wochen.

Durchgeführt wurden die Behandlungen von einem zertifizierten Chiropraktiker und einem Studenten der Chiropraktik im letzten Ausbildungsjahr unter der Supervision des zertifizierten Chiropraktikers.

Als primäres Outcome der Studie wurde Schmerz (VAS) und Funktion (mod. Oswestry Disability Index) mit einem „follow up“ von bis zu 1 Jahr definiert (Folie 3).

Die Autoren sehen ihre Ergebnisse im Einklang mit anderen Meta-Analysen bei HWS-Beschwerden (Gross et al 2015) und LWS-Beschwerden (Rubinstein et al 2011, beides Cochrane Reviews), die ebenfalls nur geringe Behandlungseffekte für Manipulationen aufzeigen konnten.

Vielleicht ist das Gefühl, „blockiert zu sein“ – wie Schmerz auch – ein Output des Gehirns und eben kein mechanisches, peripheres Problem:

Tasha Stanton aus der Moseley-Gruppe hat erste Ergebnisse präsentiert, wonach das „Steifigkeitsgefühl“ im Rücken von Menschen nicht mit der tatsächlich messbaren intervertebralen Mobilität zusammenhängt.

Witzig war dabei, dass das Steifigkeitsgefühl der Probanden zu und ihre Beweglichkeit abnahm, wenn man simultan zur Bewegungen einen „rostig-knarrenden“ Ton einspielte. War der Ton dagegen eher „rauschend“, dann verbesserte sich ihr Steifigkeitsgefühl und das BAM in die Flexion.

Vielleicht ist ja eine Manipulation das Pendant zu diesem „rauschenden Geräusch“. Wir höhren den „POP“ und fühlen uns – vielleicht- etwas besser.

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