chronischer Schmerz: Erwartung ist Prädiktor für Therapieergebnis

chronischer Schmerz: Erwartung ist Prädiktor für Therapieergebnis

Februar 2016 in der SPINE: Die Erwartung des chronischen Schmerzpatienten in Bezug auf die Therapie trägt im Wesentlichen dazu bei wie ausgeprägt das Therapieergebnis tatsächlich wird. Eine Aussage, die Dampf hat.

Cormier et al. aus Quebec/Kanada untersuchten dafür die Daten von 2272 Patienten aus 3 multidisziplinären Schmerzzentren. Die Kernfrage: Lassen sich Therapieergebnisse durch die persönliche Einstellung des Menschen (Erwartung an eine Schmerztherapie) vorhersagen.

Es scheint so zu sein. Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen den Prädiktoren erwartete Schmerzlinderung, erwartete Verbesserung der Lebensqualität und erwartete Funktionsverbesserung und den Therapieoutcomes Schmerzintensität, depressive Stimmung, Schmerzüberlagerung, Katastrophisieren. Als starker Mediator fungiert der Parameter Gesamteindruck der Veränderung.

Für uns heißt das, dass wir die Erwartung des Schmerzpatienten beim Erstbefund unbedingt berücksichtigen, bestenfalls evaluierten müssen. Daraus ergibt sich unsere kommunikative Strategie. Der Fokus könnte dahingehend verschoben werden, dass positive Erwartungen erzeugt oder verstärkt werden. Bestimmte negative Äußerungen oder Zeichen, die uns der Patient in seinem Verhalten liefert, könnten wir „bewusst ignorieren“ (= nicht verstärken) oder abschwächen. Eine große Kunst.

Eine weitere Info aus der Publikation: Je größer die positive Erwartung an die Therapie, je ausgeprägter der positive Effekt. Bisher galt die Aussage: Moderate Erwartungen sind günstiger.

 

 

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