Diabetes: Intensives Training oder Sitzzeit-Unterbrechung?

Diabetes: Intensives Training oder Sitzzeit-Unterbrechung?

Meistens berichten wir ja über Themen aus dem Bereich (orthopädischer) Schmerzen. Allerdings bringen die meisten Patienten mittlerweile eine Vielzahl an Komorbiditäten. Traditioneller Weise ist auch die Behandlung von Diabetes (bzw. die Aufklärung darüber) physiotherapeutisches Kompetenzgebiet.

In der Behandlung von Diabetes ist körperliche Aktivität, bzw. Ausdauertraining, als Konstante etabliert. Gleichzeitig zeigt sich aber leider, trotz der hervorragenden Ergebnisse, gerade in dieser Gruppe eine extrem schlechte Interventionsadhärenz. Bis zu 90% der Patienten bewegen sich nicht ausreichend, obwohl sie über die Vorteile aufegklärt sind.

Einer der möglichen Gründe ist, dass dieser Patientengruppe körperliche Aktivität, auf Grund der Sekundärsymptome, besonders schwer fällt (Muskelatrophie, Polyneuropathie, Unterzucker, Übergewicht).

Die Arbeitsgruppe um Duvivier hat daher mit einem sehr smarten Versuchsaufbau untersucht, ob sich intensive, blockweise Beübung in der Auswirkung auf Blutzucker und Insulinresistenz von reduzierter und unterbrochener Sitzzeit unterscheidet.

Dazu wurden die 19 Probanden mit Bewegungssensoren, einem subcutanen Langzeittzucker-Messgerät und einem manuell bedienten regulären Messgerät ausgestattet.

Bewegungszeit und Aktivität wurden vorgegeben und über den Bewegungssensor kontrolliert. Genauso mussten die Patienten in den Messzeiträumen strikten Ernährungsvorgaben folgen und durften sich nur innerhalb der Aktivitätsvorgaben bewegen.

Alle Patienten mussten alle Regimes durchlaufen. Und die beiden aktiven Regimes waren in ihrem Energieverbrauch (berechnet in METs) aneinander angeglichen.

Interessanter Weise konnten die Forscher darstellen, dass eine häufige Unterbrechung der Sitzzeit größere Vorteile birgt als eine blockweise Übungssession.

Die Regimes waren zwar in den Alltag der Probanden integriert, allerdings hat das „non-sitting“ Regime zu Demonstrationszwecken ein deutlich höheres Energie- und Bewegungspensum vorgegeben, als langfristig im Alltag für die meisten umsetzbar ist.

Ob die Vorteile also zwischen intensiver Ausdauerbelastung und NICHT angeglichener verringerter Sitzzeit immernoch so deutlich sind ist noch unklar. Dennoch konnte man zeigen, dass eine häufige Unterbrechung mit leichter Bewegung schon viel bringt. Das kann für viele Patienten schon eine deutlich Erleichterung sein und macht Bewegung als Intervention womöglich leichter zugänglich.

 

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