Die „neue“ Welt der Synpasen und ihre Bedeutung für die Therapie!

Die „neue“ Welt der Synpasen und ihre Bedeutung für die Therapie!

#ExplainPain

Die „neue Welt der Synapsen“ und ihre Bedeutung für die Therapie….

Die meisten von uns haben (vermutlich) folgende Vorstellung von einer Synapse:

Präsynaptisches Neuron trifft über einen synaptischen Spalt auf postsynaptisches Neuron.

Was in dieser Betrachtung allerdings fehlt sind Gliazellen, also nichtneuronale Zellen, deren Anzahl die der Nervenzellen im ZNS um den Faktor 10 übertsteigt und die man ursprünglich als eine Art „Kitt“ im Nervensystem betrachtet hat. Mittlerweise ist gesichert, dass Synapsen ohne diese IMMUNZELLEN quasi „Schrott“ sind, weil diese Zellen – darunter Microglia, Astrozyten und Oligodendrozyten – für die Homöostase der Synapsen essentiell sind und zusammen mit den Nervenzellen als komplexes „Neuro-Immunsystem“ interagieren (Folie1).

Auf der Oberfläche dieser Gliazellen befinden sich Rezeptoren, z.B. ein Rezeptortyp namens „„Toll-like-Rezeptor 4“ (TLR-4), der einer Überwachungskamera ähnelt (Folie 2). Er reagiert auf pathologische Prozesse (Schäden = „danger associated molecular pattern“ (DAMPs), Fremdartigkeit = „xenobiotic-associated molecular patterns“ (XAMPs), pathogene Substanzen = „pathogen associated
molecules pattern“ (PAMPs) und – im Moment zugegeben noch etwas spekulativ – Kognitionen = „cognition associated molecular pattern (CAMPs).

Dieser TLR-4 hat darüber hinaus eine erstaunliche „Gedächtnisfunktion“. Er beginnt – einmal aktiviert – auf ähnliche Reizkonstellation zu reagieren.

Bei einer Aktivierung der Gliazellen reagieren sie mit einer verstärkten Freisetzung von proinflammatorischen Stoffen in der Synapse, wodurch ihre Effizienz, z.B. für die nozizeptive Übertragung zunimmt (drei- bzw. vierteilige Synapse). Das Immunsystem wird also synchron zum Nervensystem sensibilisiert, der Schwellenwert für eine inflammatorische und neurale Antwort wird damit reduziert (Folie 3).

Und jetzt kommt das fast noch erstaunlichere: Das passiert nicht nur in der jeweiligen Synpase, sondern kann sich über weite Wege („volume transmission“) auf andere Synapsen im Nervensystem auswirken (Folie 4).

Was bedeutet das jetzt für die Therapie?

Kognitive, verhaltensorientierte Faktoren können mit anderen biologischen Variablen (z.B. systemischen Entzündungsprozesses durch ungünstige Lebensstilfaktoren) das Neuro-Immunsystem sensibilisieren und damit Symptome, wie Schmerz, Schwellung und andere Faktoren (z.B. die mentale Gesundheit) wesentlich beeinflussen!

Diagnose: „Dickeres Knie durch maladaptive Kognitionen („CAMPs“)!

 

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