Einer für Alle

Einer für Alle

 

Das STarT Back Tool ist ein Fragebogen, der physiologische und psychologische Risikofaktoren für die Chronifizierung von Rückenschmerzen frühzeitig „anzeigt“ und dabei hilft, die Komplexität der physiotherapeutischen Behandlung festzulegen. Exakt dieses physiotherapeutische STarT Back Tool wird erstmals in den aktuellen UK-Leitlinien zur Behandlung von Rückenschmerzen mit bzw. ohne Ischialgie empfohlen und sollte damit auch ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Therapie sein. Die erste Maßnahme von Patienten in der Praxis sollte das Ausfüllen des „STarT Back“ sein.

Ein renommiertes Autorenteam um Butera & Kollegen (2016), „Physical Therapy“, hat sich aktuell damit beschäftigt, dieses Tool auf andere muskuloskelettale Beschwerden (STarT-G-MSK) im Nacken, Kniegelenk oder der Schulter zu übertragen. Dazu führten sie bei 431 Patienten mit Beschwerden am Bewegungsapparat umfangreiche Regressionsstatistiken durch, um folgende Fragen zu beantworten:

Sind bei diesen Patienten höhere Ergebnisse im STarT-G-MSK (Folie 1 und 2) mit einer höheren Schmerzintensität, stärkeren Funktionseinschränkungen und einem schlechteren Gesundheitszustand assoziiert?

Wie sieht konkret die Beziehung zwischen STarT-G-MSK und den etablierten, eindimensionalen, schmerzassoziierten psychologischen Kenngrößen (wie Angst-Vermeidungsverhalten, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, depressive Stimmungslage, Furcht, Bewegungsängste, Schmerzkatastrophisierung) aus?

Das Ergebnis dieser Analysen bestätigte das Prinzip, diesen Score indikationsübergreifend zu verwenden, also „Einer für Alle“.

Das Scoring im STarT-G-MSK zeigte den deutlichsten Zusammenhang aller Variablen zur Schmerzintensität, den Funktionsverlusten und dem Gesundheitszustand. Hohe Werte waren mit einer hohen Anzahl negativer psychologischer Faktoren und einer geringen Anzahl Positiver verknüpft.

Wenn sich diese Ergebnisse in weiteren, diesmal prospektiven Studien bestätigen, können wir unsere Anzahl an Scores, die bei uns in allen Schublanden für alle möglichen Konstrukte (Stress, Bewegungsängste, Katastrophisierung, Selbstwirksamkeit, uvm.) „gammeln“, deutlich reduzieren

..und hätten dann vor allem wieder Schublanden für andere Dinge frei 😉

 

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