Entzündungshemmend trainieren mit Schmerzpatienten?

Entzündungshemmend trainieren mit Schmerzpatienten?

Dass Trainingstherapie bei bestehenden chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats wirksam ist wird vermehrt in Leitlinien als erste Behandlungsstufe implementiert und ist weitestgehend anerkannt. Was noch völlig unklar ist, ist der konkrete Wirkmechanismus, der der Besserung bei chr. Schmerzen durch Training unterliegt.

Runhaar und Bierma-Zeinstra haben Anfang August einen spannenden Artikel im BJSM veröffentlicht, in welchem sie ihre Hypothese für die Wirkung auslegen.

Chronische Patienten haben häufig erhöhte Entzündungsmarker (Man spricht von einem „proinflammatorischen Zustand“, d.h. noch nicht entzündet aber auch nicht „normal“). Diese Proinflammation wird durch verschiedene Lifestyle-Faktoren (z.B. Bewegungsmangel) begünstigt bzw. gehemmt (Bewegung).

Ein möglicher Grund ist, dass bei Muskelkontraktion massiv Interleukin-6 ausgeschüttet wird. In Zusammenhang mit Krankheit wirkt IL-6 stark entzündlich, isoliert gilt es aber als deutlich entzündungshemmend.
Durch die starke Ausschüttung von IL-6 ist es denkbar durch gezielte Trainingstherapie die Proinflammation zu reduzieren und dadurch auch die Schmerzempfindlichkeit.

Allerdings ist das zum derzeitigen Stand lediglich eine Hypothese. Bis jetzt ist sie noch nicht solide untersucht worden. Die physiologische Grundlage ist allerdings erwiesen.

Ist es also an der Zeit unser Training am Entzündlichkeitsgrad unserer Patienten zu orientieren? Momentan wahrscheinlich noch nicht. Aber es ist ein Faktor, den man im Kopf behalten kann und den man verwenden kann um stark volatilen Patienten zu erklären warum es auch sinnvoll ist die Beine zu trainieren, wenn die Schmerzen doch in der Schulter sind.

Auf jeden Fall bleibt es spannend, was dazu in Zukunft noch publiziert wird.

Loader Wird geladen...
EAD-Logo Es dauert zu lange?
Neu laden Dokument neu laden
| Öffnen In neuem Tab öffnen
TO TOP
error: Content is protected !!
X