INTERAGIERT DIE ERNÄHRUNG MIT CHRONISCHEN MUSKULOSKELETTALEN SCHMERZEN? EIN SYSTEMATISCHER REVIEW

INTERAGIERT DIE ERNÄHRUNG MIT CHRONISCHEN MUSKULOSKELETTALEN SCHMERZEN? EIN SYSTEMATISCHER REVIEW

Inkludiert 12 Studien (9 Interventionsstudien, 3 Beobachtungsstudien)

Qualität der Evidenz Intervention
A1 Systematischer Review von min. 2 unabhängigen Studien auf dem Niveau A2
A2 Doppelbllind-RCT von guter Qualität und Größe
B Vergleichende Studie, aber nicht mit allen Charakteristika von A2, umfasst Fall-Kontrollstudien und Kohortenstudien
C Nicht-vergleichende Studien
D Expertenmeinung

 

Level der Schluss-folgerung Schlussfolgerung basierend auf
1 Forschung auf Level A1 oder zumindest 2 unabhängige Studien auf Level A2.
2 Eine Studie auf Level A2 oder zumindest zwei unabhängige Studie auf Level B.
3 Eine Arbeit auf Level B oder C.
4 Expertenmeinung oder unklare Ergebnisse in verschiedenen Studien

 

Ernährung Kontrolle MSK-Problematik Ergebnis Qualität/Schluss-folgerung(s. 1. Slide) Quellen
Vegetarisch (laktovegetarisch)

Kein tierisches Protein, auch andere Nahrungsmittel wurden nicht erlaubt (z.B. verarbeitete Lebensmittel, Weißmehl, Softdrinks, etc.)

Standard-ernährung

Keine

Rheumatoide Arthritis

Generelle chronische MSK-Beschwerden

Keine sig. Verbesserung von Schmerz nach 9 Wochen

Verbesserung von Schmerz (NRS und SF-36) gegenüber der Basislinie nach 8 Wochen

B und 3

C und 3

 Sköldstam et al. (1979)

Towery et al. (2018)

Vegan

(Ungekochte Nahrung (Früchte, Beeren, Gemüse, Nüsse, Samen, Zerealien)

Low fat vegan (keine tierischen Produkte, zugesetzte Fette/Öle

Standard-ernährung

Prä-post (keine Kontrolle)

Fibromyalgie

Rheumatoide Arthritis

Sig. Verbesserung von Schmerz nach 12 Wochen und kontinuierlicher Rückgang der Verbesserung nach Rückkehr zur Standardernährung

Sig. Verbesserung von Schmerz nach 4 Wochen im Vergleich zur Basislinie

Insg.

B und 3

 Kaartinen et al. (2000)

McDougall et al. (2002)

Diät zur Gewichtsreduktion

(1200–1400 kcal/Tag)

Diät mit geringer (810 kcal/Tag) vs. sehr geringer Energieaufnahme (415 kcal/Tag), nach 8 Woche beide 1200 kcal/T. für  8 Wochen

Osteoarthrose Sig. Verbesserung von Schmerz/Funktion (WOMAC) nach 6 Monaten und 1 Jahr

Sig. Verbesserung von Schmerz im Vergleich zur Basislinie in beiden Gruppen, keine Unterschiede zwischen Gruppen

Insg.

A2 und 2

Bellare et al. (2014)

Riecke et al. (2010)

 

Ernährung Kontrolle MSK-Problematik Ergebnis Qualität/Schluss-folgerung Quellen
Peptid-Diät

Flüssiges Peptid (30 kcal/pro kg/Tag)

Prä-post Rheumatoide Arthritis Sig. Verbesserung von Schmerz nach 4 Wochen, 12 Wochen nach Beendigung kein sig. Effekt gegen Basislinie B und 3 Holst-Jensen et al. (1998)
FODMAP-Diät

Gering fermentierte Oligo-Di-Monosaccharide und Polyole

Prä-post Fibromyalgie Sig. Verbesserung von Schmerz nach 8 Wochen im Vergleich zur Basislinie B und 3 Marum et al. (2017)
Ernährungsmuster (Querschnittsstudien) MSK-Problematik Quelle
Kalzium, Folsäure, Zink,

Magnesium und Vitamin B6

Geringere Aufnahme dieser Mikronährstoffe bei Menschen mit rheumatoider Arthritis. Keine sig. Korrelation zur Schmerzintensität Escott-Stump & Mahan (2008)
Gesamtkalorien, Proteine, Lipide, Vitamine, etc. geringere Kalorienaufnahme und Aufnahme von Kohlenhydraten, Proteinen, Lipiden, Vitamin A, Vitamin E, Vitamin K, Folat, Selen und Kalzium bei Menschen mit Fibromyalgie. Sig. Korrelation von Proteinaufnahme und Druckschmerzschwellen (d.h. höhere Druckschmerzschwelle bei höherer Proteinaufnahme). Batista et al. (2016)
Zucker- und Fettkonsum Höherer Zucker- und Fettkonsum bei übergewichtigen Arthrosepatienten mit hoher Schmerzintensität (> 7/11) vs. geringer Schmerzintensität (0-2). Choi et al. (2014)

 

Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten
Pflanzliche Nahrungsmittel können bei chronischen MSK-Beschwerden schmerzlindernd wirken.

 

üPatienten mit chronisch rheumatoider Arthritis können eine unzureichende Aufnahme von Kalzium, Folat, Zink, Magnesium und Vitamin B6 aufweisen, während Patienten mit Fibromyalgie eine geringere Aufnahme von Kohlenhydraten, Proteinen, Lipiden, Vitamin A-E-K, Folat, Selen und Zink zeigen können

 

Die Schmerzintensität steht bei Osteoarthrose in  einem positiven Zusammenhang mit der Fett- und Zuckeraufnahme, während die Schmerzschwelle bei Fibromyalgie eine Assoziation mit der Proteinaufnahme zeigt

 

Quelle

Do Nutritional Factors Interact with Chronic Musculoskeletal Pain? A Systematic Review

Ömer Elma-Sevilay Yilmaz-Tom Deliens-Iris Coppieters-Peter Clarys-Jo Nijs-Anneleen Malfliet – Journal of Clinical Medicine – 2020

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