Interventionen bei einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS)

Interventionen bei einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS)

Patientenedukation

  • Grundpfeiler des Behandlungsplans
  • Erklärung des Schmerz
  • Lenkung des Ziels Schmerzreduktion in Richtung Funktionsverbesserung (komplette Schmerzreduktion unwahrscheinlich)

Mögliche Fragen an den Patienten

  • Was passiert bei einer Verletzung eines Nervs und wie heilt der Nerv?
  • Was ist Schmerz und wie kann er effektiv reduziert werden?
  • Wie funktionieren alle Komponenten des Behandlungsplans und fügen sich zu einem abgestimmten Plan zusammen (einschließlich der Medikamenteneinnahme)?
  • Wie können Gefahren- und Sicherheitstrigger eingesetzt werden, um die Genesung fördern (SIMs/ DIMs)?
  • Warum erfordert jede Behandlungsmaßnahme ein positives Herangehensweise, positive Verstärkung, Beharrlichkeit, Disziplin und Geduld?
  • Warum sind die Bewertung und das Pacing der Aktivität wichtig?
  • Warum müssen Zeiten übermäßiger Aktivität und längerer Dauer vermieden werden?
  • Warum sind ausreichender Schlaf, gute Ernährung und Stresskontrolle wichtig?

Neuroplastizitätsbasierte Interventionen

Techniken zur Normalisierung der sensorischen Verarbeitung

  • Visualisierung der Anwendung verschiedener Reize auf die Haut
  • Beobachtung der Anwendung verschiedener Reize auf eine andere Person oder ein nicht schmerzhaftes Körperteil
  • Links/Rechts-Diskriminierungstraining
  • Spiegeltherapie
  • sensorische Unterscheidung einschließlich Zwei-Punkt-Diskriminierung
  • Desensibilisierung

Neuromotorische und funktionelle Trainingsinterventionen

  • Visualisierung von Bewegung oder Aktivität: Beobachtung der Bewegungsausführung durch einen anderen Menschen oder Aktivität
  • Links/Rechts-Diskriminierungstraining
  • Spiegeltherapie
  • Virtual-Reality-Training
  • Stufenweises Geh- oder Bewegungstraining
  • Übungen mit und ohne Gewichtsbelastung
  • Graded Performance von Aktivitäten des täglichen Lebens, Freizeitaktivitäten, Arbeit oder anderen Aktivitäten (Butler et al. 2013)

Neurale Mobilisation

  • Neurale Mobilisationstechniken beinhalten verschiedene wiederholte Bewegungen der Extremitäten oder der Wirbelsäule. Dadurch werden die entsprechenden Nerven bewegt.
  • Die Techniken können verwendet werden um die Mobilität des Nervs im Nervenbett und die Sensitivität des Nervs gegenüber Bewegung zu steigern, den vaskulären und Ernährungsstatus zu verbessern und dem Patienten beizubringen exzessiven Stress auf den Nerv zu vermeiden (Hall et al. 1999, Butler 1999, Nee et al. 2006).
  • Neurale Mobilisation sollte vorsichtig bei hoch irritierbaren Patienten eingesetzt werden!
  • Andauernde Dehnung sollte vermieden werden, da die intraneurale vaskuläre Funktion gestört werden kann.

Schienung/Taping

  • Eine Schienung kann helfen die neurale Spannung oder Kompression von irritiertem Nervengewebe zu vermindern.
  • Eine Schienung sollte nur vorsichtig eingesetzt werden, da eine prolongierte Immobilisierung ohne häufige Perioden der Nervenmobilisation schädlich sein kann (Society DP, Medicine I. 2014, Cuo et al. 2014, Pepper et al. 2013).
  • Eine Schienung sollte deshalb mit Graded Acitivty oder einer neuralen Mobilisation kombiniert werden.
  • Taping kann benutzt werden um Haltungen zu korrigieren (Biofeedback- Tool), die Spannung oder Kompression auf den Nerv ausüben.

Stressmanagement

  • Stressmanagement Techniken können die Effektivität der anderen Interventionen erhöhen (Society DP, Medicine I. 2014, Jensen et al. 2014).
  • Achtsamkeitsmediation, Entspannungstraining, Biofeedback oder Hypnose können in einen Behandlungsplan integriert werden.

 

8 Regeln für die Behandlung von CRPS

  1. Die gewählten Techniken sollten so durchgeführt werden, dass die Intensität und Wiederholrate knapp unter einer Provokation einer Bedrohungsreaktion liegt.
  2. Allen Techniken sollte eine kurze Zeitspanne des mentalen Trainings vorausgehen.
  3. Die Techniken sollten sorgfältig durchgeführt werden (Qualität vor Quantität).
  4. Techniken sollten, wenn möglich, fünf- bis sechsmal täglich durchgeführt werden.
  5. Gelegentliche Verschlechterungen der Symptome können auftreten und sind normal. Der Patient sollte dies wissen.
  6. Das Programm sollte konsistent durchgeführt werden, unabhängig von den Symptomen des Patienten.
  7.  Eine positive optimistische Einstellung sollte bei der Durchführung der Techniken beibehalten werden.
  8.  Die Patienten sollten ein Erfolgserlebnis erleben oder sich sogar eine Belohnung am Ende jeder Sitzung geben.
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