Ischämischer Schlaganfall

Ischämischer Schlaganfall

Die meisten ischämischen Schlaganfälle entstehen durch eine Embolie in der zerebralen Gefäßversorgung. Der Ischämischer Schlaganfall ist verantwortlich für 71% der Schlaganfälle weltweit und wird verursacht, wenn der Blutfluss im Gehirn unterbrochen wird. Die meisten dieser Schlaganfälle sind thromboembolischen Ursprungs.

Epidemiologie

Die globale Inzidenz des ischämischen Schlaganfalls betrug 9,5 Millionen Fälle 2016, 2017 waren es 2,7 Millionen Todesfälle. Zu den Risikofaktoren gehören das Alter, das männliche Geschlecht und veränderliche Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, geringe körperliche Aktivität, ungesunde Ernährung, hoher Cholesterinspiegel, Rauchen und Diabetes mellitus. Von diesen Faktoren stellt die Hypertonie das höchste Risiko dar.

 

Diagnose

Symptome eines ischämischen Schlaganfalls können der plötzliche Beginn einer einseitigen Gesichtslähmung, Schwäche oder Taubheitsgefühl der Gliedmaßen, Aphasie (Sprachschwierigkeiten) oder hemispatiale (Unachtsamkeit-Neglect) sein. Die Diagnose umfasst die Beurteilung und CT/MRT des Gehirns und der Gefäße, um die Ursache zu identifizieren und den ischämischen Schlaganfall von anderen Krankheiten wie intrazerebraler Blutung, Migräne oder Anfällen zu differenzieren. Die Bildgebung identifiziert auch Patienten mit wiederherstellbaren Hirngewebe, die trotz verzögerter Präsentation oder unbekanntem Beginn von Reperfusionstherapien profitieren.

Management

Die Pflege in einer speziellen Schlaganfallstation (STROKE-UNIT) reduziert Behinderungen. Zu den Reperfusionstherapien bei ischämischen Schlaganfällen gehören die intravenöse Thrombolyse (um das Gerinnsel aufzulösen) und die endovaskuläre Thrombektomie (um das Gerinnsel zu entfernen). Die intravenöse Thrombolyse kann bis zu 4,5 Stunden nach Schlaganfallbeginn durchgeführt werden, wobei eine frühere Behandlung effektiver ist. Ein klinischer Nutzen besteht jedoch bis zu 9 Stunden nach Beginn bei Patienten mit Bildgebung, die auf rettungsfähiges Hirngewebe hinweist. Die endovaskuläre Thrombektomie bei Patienten mit Verschluss eines großen Hirngefäßes reduziert die Invalidität innerhalb von 6 Stunden nach Schlaganfallbeginn entweder in Kombination mit einer Thrombolyse oder allein bei Patienten, die für eine Thrombolyse ungeeignet sind (z.B. solche mit hohem Blutungsrisiko). Ausgewählte Patienten mit bildgebendem Nachweis von wiederherstellbaren Hirngewebe profitieren von

einer Thrombektomie bis zu 24 Stunden nach Schlaganfallbeginn.

Strategien zur Verhinderung eines rezidivierenden Schlaganfalls umfassen bei den meisten Patienten blutdrucksenkende und Thrombozyten-hemmende Therapien, sowie gezielte Interventionen bei Patienten mit spezifischen Ursachen, wie Statine für Menschen mit Arteriosklerose und Antikoagulanzien für Menschen mit Vorhofflimmern.

Prävention

Bevölkerungsweite Maßnahmen, die sich auf die veränderbaren Risikofaktoren des Schlaganfalls auswirken, wie Tabaksteuern und Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung und Bewegung, können dazu beitragen, die Häufigkeit von Schlaganfällen zu verringern. Personen mit hohem Schlaganfallrisiko, wie beispielsweise bei kardiovaskulären Risikofaktoren, sollten sich einem Screening unterziehen, um ihre Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls innerhalb der nächsten 5 Jahre zu beurteilen. Ein hohes Risiko (>15%) sollte die Behandlung von Schlaganfall-Risikofaktoren, einschließlich dem Einsatz von blutdrucksenkenden und cholesterinsenkenden Medikamenten, sowie Ernährungs- und Lebensstilberatung, bedingen. Weitere Ursachen für einen ischämischen Schlaganfall sind zerebrale Kleingefäßerkrankungen, die zu einer Verengung der Kleingefäße des Gehirns führen können.

 

Quelle

Campbell et al. (2019) Ischaemic stroke.

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