Kann man den Dermatomtafeln trauen?

Kann man den Dermatomtafeln trauen?

Bei 71 aufeinanderfolgenden Patienten mit lumbosakralen radikulären Beschwerden, die sich einer transforaminalen epiduralen Injektion unterzogen, wurde im Rahmen einer Beobachtungsstudie die angegebene Lokalisation der Symptome nach einer Provokation durch die Nadelinjektion der entsprechenden Nervenwurzel (L1-S1) auf einem anatomischen Diagramm festgehalten.

 

Von den insgesamt 125 fluoroskopischen Injektionen, provozierten 87 Symptome und wurden folglich in die Analyse eingeschlossen. Die Ergebnisse für die Wurzel L3-S1 konnten dabei gepoolt dargestellt werden (s.u.), was für L1 (4 Wurzeln) und L2 (8 Wurzeln) nicht möglich war.

 

Ergebnisse: Die segmentspezifisch provozierte Symptomverteilung während der lumbosakralen transforaminalen epiduralen Nadelplatzierung und –Injektion unterscheidet sich häufig von der Verteilung, die von klassischen lumbosakralen Dermatomkarten vorhergesagt wird. Ausstrahlende Schmerzen am Gesäß, am hinteren Oberschenkel oder an der hinteren Wade können von einer segmentalen Irritation der Nervenwurzeln L3, L4, L5 oder S1 ausgehen.

 

Limitationen: unklare Validität der Diagramme, geringe Probandenzahl (breite Konfidenzintervall, ins. für obere LWS); evtl. war die Provokation nicht immer selektiv.

 

Quelle

Furman, M. B., & Johnson, S. C. (2019). Induced lumbosacral radicular symptom referral patterns: a descriptive study. The Spine Journal, 19(1), 163-170.

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