Kommunikation rund um das ISG

Kommunikation rund um das ISG

Die Überzeugungen von Ärzten und Therapeuten haben einen starken Einfluss auf die Überzeugungen von Patienten. Kommunikation und Sprache sind wichtige vermittelnde Wege. Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Botschaften von Ärzten und Therapeuten, die von Patienten als schädlich im Vergleich zu solchen angesehen werden, die das Potenzial haben, Patienten zu einem besseren Umgang mit ihren ISG-Beschwerden zu befähigen. Entscheidend für diesen Prozess ist eine klare Erklärung (mündlich und schriftlich) bezüglich des Zusammenwirkens der beitragenden biopsychosozialen Faktoren, die die Erfahrung des Individuums mit Schmerzsensibilisierung und Behinderung untermauern.

Botschaften, die Schaden können

Betonung von Strukturschäden/Funktionsstörungen

„Sie haben ein instabiles ISG“

„Ihr ISG ist nicht in der richtigen Position“

„Ihr Becken ist verschoben“

„Sie haben ISG-Beschwerden, weil Ihr Rumpf zu schwach ist“

„Ihre Beckenbänder sind lax“

„Sie sollten beim Training einen Beckengurt benutzen, um das Becken zu schützen“

Förderung eines negativen Zukunftsausblicks

„Ihr ISG wird immer instabil sein„

„Sie werden jetzt immer eine Schwäche haben, also seien Sie vorsichtig“

„Sie müssen vorsichtig sein, wenn Sie schwanger werden“

„Sie werden keine natürliche Geburt haben können“

„Kinder zu bekommen hat Ihr Becken zerstört – es gibt nichts, was Sie jetzt tun können“

 Schmerz gleich Schaden

„Hören Sie auf, sobald Sie Schmerzen bekommen“

„Lassen Sie sich vom Schmerz leiten‘

 

Botschaften, die heilen können

Förderung eines biopsychosozialen Ansatzes zur Behandlung von Beckenschmerzen

„ISG-Beschwerden bedeuten, dass Ihre Beckenstrukturen sensibilisiert sind. Veränderte Körperhaltungen, Muskelverspannungen, Schlafmangel, Inaktivität, Stress und Sorgen können sie sensibilisieren“.

„Das Gehirn fungiert als Verstärker – je mehr Sie sich um Ihre Schmerzen kümmern und sich darauf konzentrieren, desto schlimmer wird es.“

„Weil Sie durch Manipulation Schmerzlinderung erhalten, bedeutet das nicht, dass Ihr Becken „raus“ war. Die Behandlung gibt eine kurzfristige Schmerzlinderung und hilft, die Muskeln zu entspannen.“

„Weil man durch das Tragen eines Beckengurtes eine Schmerzlinderung erfährt, bedeutet das nicht, dass die Gelenke instabil sind – es ist, als würde man ein schmerzendes Knie mit einer Bandage stützen.“

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Becken nicht richtig sitzt, ist es normalerweise die Muskelspannung, die das Gefühl vermittelt, dass es falsch steht“

Das Vertrauen in den Körper fördern

Ihre Beckenstrukturen sind die stärksten Strukturen im Körper und man kann ihnen vertrauen“

„ISGs springen nicht raus – sie sind dafür zu stark“

„Ich möchte nicht, dass Sie sich auf Gurte und Bandagen verlassen, wir bringen Ihnen bei, wie Sie wieder Vertrauen in Ihre Beckenstrukturen gewinnen können“

„Die meisten Erkrankungen des Beckengürtels werden besser – besonders wenn man Vertrauen in den Körper hat“

Gesunde Verhaltensweisen fördern

Positives Denken, guter Schlaf, Entspannung und regelmäßige Bewegung helfen gegen Ihre ISG-Beschwerden“

„Der Schutz des ISGs und die Vermeidung von Bewegung können Ihre Schmerzen verschlimmern – entspannte, selbstsichere Bewegung hilft“

 Förderung des Selbstmanagements

„Lassen Sie uns einen Weg finden, um Ihnen Kontrolle über den Schmerz zu geben, anstatt kurze Abhilfen zu schaffen“

 

Quelle:

O´Sullivan et al al (2015). In: Jull G, Moore A, Falla D et al. Grieve’s Modern Musculoskeletal Physiotherapy, Vertebral Column and Peripheral Joints. Churchill Livingstone

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