Konsens-Statetment IOC: Belastungsmanagement im Leistungssport

Konsens-Statetment IOC: Belastungsmanagement im Leistungssport

Im Hochleistungssport geht es um kleinste Margen an Trainingseffekten. Die Athleten trainieren hart an der Grenze zwischen Verletzung und Leistung. Über der hohen körperlichen Belastung steht zusätzlich noch die hohe psychologische Belastung und enormer Leistungsdruck.

Im Review des IOC (internationales olympisches Komitee) wurden Einflussfaktoren auf das Verletzungsrisiko gesucht und Vorschläge für ein gelungenes Management geboten.

Als Ausgangspunkt wird Trainingsbelastung hier auf einem Kontinuum betrachtet – auf der einen Seite Gleichgewicht auf der anderen Seite Verletzung mit Zeitverlust als Worst-Case. Nach jedem Training verschiebt sich der Athlet durch die Belastung vom Punkt der Homöostase in Richtung Verletzung, kumuliert zu viel Belastung bei zu wenig Regenerationszeit wird er sich verletzen.

Wichtig zu beachten ist jedoch, dass Belastung nicht nur die reine Trainingsbelastung umfasst, sondern alle Stressoren, denen ein Athlet ausgesetzt ist. Das können also viele „ungesehene“ Faktoren sein, wie z.B. metabolische Einflüsse, Lebensstressoren (z.B. soziale) und psychologische Belastungen.

Leider wird dadurch das „Loadmonitoring“ also die Beobachtung der Gesamtbelastung viel schwieriger. Es scheint, dass der verlässlichste Paramter tatsächlich die subjektive Einschätzung der betroffenen Athleten ist (Saw AE, Main LC, et al. 2015). Empfehlungen zum Belastungsassessment (objektiv, wie subjektiv) gibt es im Kasten in den Slides.

Als externe Risikofaktoren im Belastungsmanagement stellen sich vor allem starke Variationen der Trainingsbelastung von Woche zu Woche dar (Trainingsfrequenz, -volumen und -intensität). Hier bietet sich zum Belastungsmanagement das Modell des Verhältnisses von akuter zu chronischer Trainingsbelastung von Gabbett an (s. älterer PMS Post). Das Verhältnis sollte in diesem Fall zwischen 0,8 und 1,3 liegen. Wird ein Training aber gleichmäßig und kontrolliert aufgebaut und gesteigert, können dafür selbst höchste Trainingsbelastungen bei einem relativ geringen Risiko toleriert werden.

In diesem Sinne sind natürlich auch Wettbewerbe ein starker Anstieg der akuten Belastung und bergen dadurch ein hohes Verletzungsrisiko. Besonders Teamsportarten mit häufigen Spielen sind hiervon betroffen.

Neben den externalen Belastungen stehen die internalen. Sportler auf einem hohen Leistungsniveau sind aus verschiedenen Gründen besonders anfällig für psychische Stressoren. Der vorgestellte Hauptgrund für ein erhöhtes Verletzungsrisiko sei die stärkere Ablenkbarkeit in Phasen starker mentaler oder emotionaler Belastung. Gleichzeitig kennen wir alle die somatischen Reaktionen auf Stress mit verschlechterter Koordination und verstärkter Muskelspannung. In Kombination können diese Faktoren direkt Einfluss auf das Verletzungsrisiko haben, sind gleichzeitig aber schwer plan- und messbar.

Im Gegensatz dazu konnte bisher noch kein erhöhtes Risiko durch Reisebelastung gemessen werden.

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