Lordotische oder kyphotische Hebehaltung: Liegt die Wahrheit in der Mitte?

Lordotische oder kyphotische Hebehaltung: Liegt die Wahrheit in der Mitte?

Lordotische oder kyphotische Hebehaltung: Liegt die Wahrheit in der Mitte?

Eine aktuelle Studie im „Journal of Biomechanics“ (Khoddam-Khorasani et al. 2020) berechnet mit einem realitätsnahen finiten Elemente-Hybridmodell die biomechanischen Auswirkungen einer kyphotischen bzw. lordotischen LWS-Haltung bei 15 gesunden Männern während einer Rumpfflexion (40° bzw. 65°) mit 0 bzw. 180N Zusatzbelastung (ca. 18 kg in den Händen).
Die Ergebnisse bzgl. einer Gegenüberstellung der jeweiligen Vorteile zeigt die Tabelle auf der Slide. Erläuterung: Daumen bzw. Anzahl der Daumen symbolisieren jeweils einen mechanischen Vorteil bzw. dessen Ausmaß (gering, moderat, stark) für eine spezifische Hebehaltung.
Unter Verwendung dieses Hybridmodells ist es nach Ansicht der Autoren offensichtlich, dass weder die Bandscheibenkollagenfaserbelastung noch der intradiskale Druck (als wichtige Parameter für Bandscheibenbelastung/-versagen) wesentlich beeinflusst wurden, wenn sich die lumbale Haltung signifikant von einer kyphotischen zu einer lordotischen Haltung veränderte.
Auf der anderen Seite nahmen die gesamten segmentalen Druck-/Scherkräfte sowie die Aktivität des Erector spinae (ES) in lordotischer Haltung deutlich zu.
Im Gegensatz dazu trugen passive Strukturen einen größeren Anteil zu den äußere Netto-Momenten (passives Segmentmoment) in kyphotischen Haltungen bei.
Insgesamt und unter Berücksichtigung des Risikos von Ermüdung und viskoelastischem Kriechen, insbesondere bei repetitiven Hebevorgängen, unterstützen die aktuellen Ergebnisse eine NEUTRALE LWS-HALTUNG (zwischen den Extremen einer kyphotischen und lordotischen Haltung) mit moderater Beteiligung sowohl aktiver als auch passiver Strukturen bei Hebevorgängen, die eine Beugung des Rumpfes nach vorn beinhalten.
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