Manuelle Lymphdrainage (MLD) –  Eine Übersicht

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Eine Übersicht

Kosten

MLD ist teuer und die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland nur für MLD stieg von 340 Millionen EUR im Jahr 2006 auf 860 Millionen EUR im Jahr 2017 (153 %). Das ist eine unverhältnismäßige Steigerung, da die Gesamtkosten aller Heilmittel im gleichen Zeitraum nur um 73% stiegen (Kröger et al. 2020).

 

Evidenz zur Wirksamkeit

Die Evidenz hinsichtlich der Effektivität von MLD beschränkt sich fast ausschließlich auf die Behandlung von Lymphödemen infolge von Brustkrebserkrankungen (Piekartz et al. 2015, Horvarth et al. 2014).

Der Zusatz von MLD zu einer Standard-PT (Übungen bzw. Edukation bzgl. Übungen, Kompression, Hautpflege) zeigt keinen Nutzen (Ezzo et al. 2015, Tambour et al. 2018).

MLD + Kompressionsbandage vs. Kompressionsbandage zeigt minimale Vorteile in der %-Volumenreduktion für MLD. Jedoch ist die klinische Signifikanz und die Kosten-Nutzenbewertung unklar (Ezzo et al. 2015).

Bewegung in Form von progressivem Widerstandstraining sowie kombinierter Bewegungstherapie wirken präventiv auf die Inzidenz von sekundären Lymphödemen. Empfohlen wird primär ein Widerstandstraining  des Oberkörpers (Ahmed et al. 2006) oder ein kombiniertes Programm (Kraft, ROM, Ausdauer, Baumann et al. 2018)

Die Anwendung von MLD scheint nur in Kombination mit Bewegung prophylaktisch wirksam zu sein. Aktuelle Daten liefern keine Hinweise darauf, dass MLD isoliert eine primär prophylaktische Methode darstellt (Stuiver et al. 2015, Devoogdt et al. 2018).

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