Wie stark beeinflusst die Ergebniserwartung unserer Patienten das  Behandlungsergebnis bei Nackenschmerzen?

Wie stark beeinflusst die Ergebniserwartung unserer Patienten das Behandlungsergebnis bei Nackenschmerzen?

Evidenzbasierte Therapie bedeutet nicht nur, sich nach wissenschaftlichen Vorgaben in der Therapie zu orientieren, sondern vor allem die beste Behandlung im Einklang mit den Erwartungen unserer Patienten und den eigenen Erfahrungswerten zu ermitteln.

Dass Therapieergebnisse besser werden können, wenn die Therapieplanung unter Einbeziehung unserer Patienten erfolgt („Einen gemeinsamen Plan machen“), anstatt dass wir Top-Down den besten Weg festlegen, ist mittlerweile etabliert und Teil evidenzbasierter Praxis auf Augenhöhe.

In der vorliegenden Untersuchung haben Bishop et al. die Daten einer älteren Studie von Cleland et al. (2010) neu ausgewertet und mit anderer Fragestellung betrachtet.

Während die Originalstudie die Wirksamkeit von thorakaler Manipulation und Mobilisierungsübungen gefolgt von Training gegenüber nur Training verglichen hat, hat die Bishop-Auswertung die Auswirkung der Erfolgserwartung auf das Behandlungsergebnis untersucht.

Dazu wurden die Daten der von den Patienten ausgefüllten Fragebögen NDI (Neck Disability Index) und GROC (Global Rating Of Change Scale: Misst wahrgenommenen Behandlungserfolg) ausgewertet.

An Hand der GROC Daten, die die Patienten mit primären, idiopathischen Nackenschmerz zu Beginn ausfüllten wurden vier Gruppen ermittelt:

Gruppe 1: Glaubten Manipulation wirkt und haben Manipulation bekommen (n = 55)
Gruppe 2: Glaubten Manipulation wirkt aber haben keine Manipulation bekommen (n = 52)
Gruppe 3: Glaubten nicht Manipulation wirkt aber haben Manipulation bekommen (n = 13)
Gruppe 4: Glaubten nicht Manipulation wirkt und haben auch keine Manipulation bekommen (n = 13)

Nach der Behandlung, nach 1 und nach 6 Monaten wurde die Veränderung im NDI gemessen und damit der tatsächliche Behandlungserfolg gemessen.

Die spannenden Ergebnisse der Untersuchung:
1. Patienten haben grundsätzlich positive Erwartungen an PTs (80% erwarteten eine moderate Verbesserung der Symptome)
2. Die größten Hoffnungen wurden an Massage (87%) und Manipulation (75%) gestellt
3. Die (Anpassung der Intervention an die) Erfolgserwartung der Patienten hat deutliche Auswirkung auf das Therapieergebnis

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