Selbstwirksamkeit in der Physiotherapie!!!

Selbstwirksamkeit in der Physiotherapie!!!

Wie gut sind wir als Therapeuten, wie gut sind unsere Therapien darin, bei Patienten Vertrauen in die eigenen Kompetenzen zu schaffen (einleitende Erläuterungen zur Selbstwirksamkeit findet ihr auf den Folie 1-3)?

Das ist aus unserer Sicht eine zentrale Frage der „modernen“ Physiotherapie. Eine Steigerung der Selbstwirksamkeit steht indikationsübergreifend mit einem guten therapeutischen Outcome in Verbindung und ist in der Praxis ein einfach zu „messendes“ Konstrukt (Folien 4 und 5).

Wenn wir das erst nehmen, sollte wir die Frage aber auch aus einer anderen Richtung formulieren: Schaden unsere Therapie nicht auch der Selbstwirksamkeit unserer Patienten, indem wir bei „jedem Zwicken und Zwacken“ aktiv werden und „Hand anlegen“ oder der Arzt den Rezeptblock zücken muss?

Indem viele Kollegen „Scheinlösungen“ verkaufen, die vielleicht das Vertrauen in den „Guru-Therapeuten“ stärken, aber sicher nicht in die eigene Person? Sind diese „1%-Lösungen“ – wie Adam Meakins sie einmal genannt hat – „harmlos“ oder „Wölfe im Schafspelz“, weil sie eine „fatale Botschaft“ liefern: „Wir können, du (Patient) kannst nicht – deshalb musst du zu mir kommen“.

Indem unser hochgelobtes Gesundheitssystem Patienten vorgaukelt, dass wir quasi qua Geburt ein Anrecht auf ein schmerzfreies Leben haben, anstatt Schmerz als etwas – zumindest zeitweise – in der Natur liegendes darzustellen? Zur Not hilft dann ja eine Heerschar an Ärzten und Therapeuten, die allesamt vorgibt, genau zu wissen, woran es dem Patienten mangelt und alle Dysfunktionen bis ins kleinste Detail mit geschickten Fingern oder aufwendigen Apparaturen „aufdeckt“.

„In many cases the health care system does not work as a health care system. It becomes the Health Catastrophising System“. Diesen aus unserer Sicht treffenden Satz hat Peter O`Sullivan gestern auf dem CFT-Kurs in London formuliert:  Mic drop!!!

Zerstören wir dadurch nicht genau diese Resilienz gegenüber Schmerz, die Fähigkeit, ihn auch mal zu akzeptieren und schüren wir dadurch nicht eine psychologische Inflexibilität,  die dann zum eigentlichen Problem wird?

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