Verletzungs-Screening mit dem FMS ????

Verletzungs-Screening mit dem FMS ????

Der Functional Movement Screen (FMS) ist mittlerweile auch in der deutschen Therapie- und Fitness-Szene angekommen und durch unseren Nationalmanschafts-Physio Oliver Schmidlein auch in den erlauchten Kreis der deutschen Elitekicker um Jogi Löw eingeführt. Im Mittelpunkt steht dabei die „objektive“ Beurteilung von 7 Bewegungsmustern (Folie 1), wobei der vom Klienten bzw. Sportler erreichte Score-Wert als „zuverlässiger Indikator für die Verletzungsanfälligkeit“ betrachtet wird (Oliver Schmidtlein 2013, „Functional Training Magazin“).

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Meta-analyse von Dorrel et al (2015), „Sports Health: A Multidisciplinary Approach“ sieht diese Einschätzung für aktive Erwachsene eher kritisch (Folie 3):

(Auf der Folie 2 sind die statistischen Qualitätskriterien für Tests kurz veranschaulicht. Ist etwas zäh, aber da müsst ihr jetzt durch) 😉

Die Spezifität lag noch bei adäquaten 0,85, die Sensitivität dagegen nur bei 0,24, d.h. nur 24% der Aktiven mit einer späteren Verletzung hatten auch ein schlechtes Testergebnis.

Der positive prädiktive Werte, also der Vorhersagewert für eine Verletzung bei einer Person mit einem positiven Testergebnis (geringer Score-Wert) lag bei mageren 0,42 (42,8%).

Der negative prädiktive Werte (Vorhersagewert, mit der bei einer Person mit negativem Testergebnis, d.h. hohem Score-Wert, keine Verletzung auftritt) bei 0,72 (72,5%).

Die ROC AUC-Kurve deckt die analytische Genauigkeit des Tests auf, zwischen Menschen mit hohem und geringem Verletzungsrisiko zu unterscheiden. Dieser Wert lag bei 0,58 und damit nur knapp über der Zufallsrate.

Das Wahrscheinlichkeitsverhältnis, die Kombination von Spezifität und Sensitivität, das dazu genutzt wird, eine Verschiebung in der Posttest-Wahrscheinlichkeit (für Verletzungen) zu quantifizieren (also nachdem der Test durchgeführt wurde) lag bei 1,65 (LR+, positives Wahrscheinlichkeitsverhältnis bei schlechtem Testergebnis) und 0,87 (LR-, negatives Wahrscheinlichkeitsverhältnis bei gutem Testergebnis) und wird daher nach den Kriterien von Jaeschke et al (Folie 2, unten) als „kaum relevant“ eingestuft.

FAZIT:  Auch, wenn einzelne Studie mit recht schwacher Methodik zu anderen Ergebnissen kommen, im Großen und Ganzen könnten wir auch eine „Münze zur Quantifizierung des Verletzungsrisikos werfen“ (Folie 4).

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