VIDEOINSIGHT®- Kunst und Reha

VIDEOINSIGHT®- Kunst und Reha

Dr Rebessa Russo aus Bologna/ Italien  hat einen …nun ja… etwas „speziellen“ therapeutischen Ansatz. Die promovierte Psychologin kommt beruflich ursprünglich aus der Psychiatrischen Klinik und ist Gründerin der VIDEOINSIGHT®- Foundation. Diese Stiftung unterstützt Forschung mit der VIDEOINSIGHT®- Methode: die Verwendung zeitgenößischer Kunst im Rehaprozess.

Nach der Autorin besitzt Kunst einen Impact auf verschiedene psychologische Parameter des Individuums. So kann sie zum Beispiel verstören, beängstigen und verunsichern. Sie kann aber auch positive Ressourcen aktivieren. Beruhigen, Sicherheit geben, fokussieren.

Vor diesem Hintergrund untersucht Russo den Einfluss von zeitgenößischen Kunstfilmen auf den Therapieoutcome nach ACL-Rekonstruktion und KnieTep. Die Zusammenfassungen der Studien findet ihr in den Folien unten. Kurze Erklärung: Es wurden 2 Studien durchgeführt. Einmal ACL- Rekonstruktion, einmal KnieTep. In beiden Untersuchungen wurden die Patienen (je n>100) in eine Kontrollgruppe und eine Treatment- Gruppe eingeteilt. Alle Gruppen bekamen ein standartmäßiges Physiorehaprogramm. Die Treatment- Gruppe bekam in beiden Untersuchungen einen zeitgenößischen Kunstfilm, den sie zuhause 3x/Woche ansehen sollten. In der KnieTep- Untersuchung gab es keinen Film für die Kontrollgruppe, in der ACL- Studie wurde die Kontrollgruppe mit einem Film ausgestattet, der für das Therapieergebnis einen „destruktiven“ Charakter (=verunsichernd) hatte.

Die Ergebnisse zeigen in vielen Parametern (psychische und funktionelle Parameter) signifikante Unterschiede zugunsten der Treatment- Gruppe (s. Folien).

Von Interessenskonflikten und klinischer Relevanz einmal abgesehen ist es doch erstaunlich welche Therapieformen sich aus einem biopsychosozialen Verständnis entwickeln können. Die VIDEOINSIGHT- Methode fokussiert die psychische Ebene/ Erleben und kreiert über diesen Zugangsweg positive Outcomes auf der „körperlichen Ebene“.

Auch wenn ich persönlich oftmals Mühe habe zeitgenößische Kunst als Genuß zu  empfinden, so finde ich passen die Bemühungen von Russo perfekt in die aktuelle Entwicklung der Physio-/Schmerzherapie. Psyche und Körper exisitieren nicht separat voneonander. Nicht getrennt. Beide haben Einfluss aufeinander, sind miteinander verbunden und voneinander abhängig. Ich sollte mir das noch stärker bewusst machen am Montag. Wenn der nächste BSV- Patient mit Schweißperlen und unsicherem Blick vor der Langhantel steht. Wie wohl sein „Inneres Erleben“ in dieser Situation ist?

Passend dazu: Erwartungshaltung und Therpieergebnis

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