Welche Mechanismen bestimmen die Genesung von postoperativen Patienten mit einer zervikalen Radikulopathie (CR)?

Welche Mechanismen bestimmen die Genesung von postoperativen Patienten mit einer zervikalen Radikulopathie (CR)?

Hintergrund:

Rehabilitationsansätze sollten auf einem Verständnis der Mechanismen beruhen, die der funktionellen Erholung zugrunde liegen. Die Mediatoren, die eine Verbesserung der postoperativen schmerzbedingten Behinderung bei Menschen mit zervikaler Radikulopathie (CR) bewirken, sind jedoch unbekannt. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, mit Hilfe der Bayesianischen Netzwerke (BN) die Beziehungen zwischen physischen und psychischen Faktoren und der schmerzbezogenen Behinderung  bei CR aufzudecken.

 

Ergebnisse:

  • Eine um einen Punkt verbesserte Selbstwirksamkeit (auf der Self-Efficacy Scale) nach sechs Monaten war mit einem 0,09 Punkte Rückgang der funktionellen Einschränkung (NDI) nach 12 Monaten (t = -64,09, P < 0,001) assoziiert.
  • Zwei Wege führten zu einer Verbesserung der Funktion über die Selbstwirksamkeit: 1. ein direkter Weg, der von einer Steigerung der Selbstwirksamkeit nach sechs Monaten zur funktionellen Genesung führte und ein 2. ein indirekter Weg, der durch eine Veränderungen der Schmerzintensität in Nacken und Armen nach sechs und 12 Monaten vermittelt wurde (s. vorherige Slide).

Fazit:

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie liefern neue Einsichten, die die postoperative Behandlung von Patienten mit zervikalen Radikulopathien optimieren können. Obwohl Faktoren wie Depression, zervikales ROM und die Ausdauer der Nackenmuskeln als wichtige Variablen gesehen werden (Engquist et al. 2015; Li et al. 2015; Peolsson et al. 2013; Peolsson et al. 2006; Persson und Lilja 2001; Skeppholm et al. 2017; Wibault et al. 2018; 2017), deuten die Ergebnisse der vorliegenden Studie darauf hin, dass die therapeutischen Anstrengungen auf eine Verbesserung der Selbstwirksamkeit innerhalb der ersten sechs Monate abzielen sollten, um die schmerzbezogenen Funktionsverluste zu verbessern. Es könnte sein, dass Patienten mit höherer Selbstwirksamkeit in größerem Umfang adaptive Verhaltensweisen zeigen (wie z.B. die Durchführung von Übungen), und so ihre Funktion stärker verbessern als Patienten mit geringerer Selbstwirksamkeit.

Diese Ergebnisse sollten nicht dahingehend fehlinterpretiert werden, dass bei der Rehabilitation von postoperativen Patienten mit CR nur kognitiv-basierte und keine physisch-basierten Ansätze verwendet werden sollten. Physisch basierte Interventionen, wenn sie als Mittel zur Rekonzeptualisierung von Schmerzen eingesetzt und  gleichzeitig schmerzhafte Haltungen und Bewegungen normalisieren, haben sich als effektiv für die Behandlung von Schmerzen (Fersum et al. 2013; 2019) Funktionseinschränkungen  (Fersum et al. 2013; 2019) und zur  Verbesserung der Selbstwirksamkeit erwiesen (O’Sullivan et al. 2015).

 

 

Quelle

Probing the mechanisms underpinning recovery in post?surgical patients with cervical radiculopathy using Bayesian Networks

Bernard Liew-A Peolsson-Marco Scutari-H Löfgren-J Wibault-Å Dedering-B Öberg-P Zsigmond-Deborah Falla – European Journal of Pain – 2020

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