Wie beeinflusst Aktivität und Sport den Oberflächenersatz des Hüftgelenks?

Wie beeinflusst Aktivität und Sport den Oberflächenersatz des Hüftgelenks?

Einem Oberflächenersatz des Hüftgelenks unterziehen sich meist jüngere Patienten, die sich davon versprechen, nach dem Ersatz wieder körperlich aktiv sein zu können bzw. Sport zu treiben. Allerdings ist sehr wenig darüber bekannt, ob es für die Standzeit der Prothese sicher ist, Sport zu betreiben. Genau diese Frage greift eine intelligent gemachte, aktuelle Studie auf. Retrospektiv wurden 661 Patienten (806 Hüften, mittleres Alter: 51,9, BMI: 26,5), die mit einem Metall-auf-Metall Oberflächenersatz der Hüfte versorgt wurden, bzgl. ihrer sportlichen Aktivität (Art, Dauer, Häufigkeit, Niveau) befragt. Die Quantität der Aktivität (s. Infographik „Quantity of activity“ sowie ein Impact-Score der Hüftbelastung (IS) und der Belastungsfrequenz (Hip Cycle Score, HCS) wurden nachfolgend berechnet. Berücksichtigung fanden dabei Sportarten aus 17 Kategorien (z.B. Aerobic, Rückschlagsportarten, Skifahren, Laufen, etc.). Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum lag bei 7 Jahren (1-16), wobei sich insgesamt 35 Patienten (38 Hüften, nach durchschnittlich 8,9 Jahren) einer Revisions-OP aufgrund einer aseptischen Lockerung oder Verschleißes unterziehen mussten. Im Gegensatz zu einer Femurkopfgröße < 46mm oder einer angeborenen Hüftgelenksdysplasie (DDH) zeigte sich kein Zusammenhang von sportlicher Aktivität (Sportart, Quantität, IS und HCS) und Revisions-Risiko. Fazit: Die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten für Patienten nach einem Oberflächenersatz der Hüfte, der gut konzipiert und gut implantiert wurde, ist sicher. Limitationen: Alle OPs wurden durch einen erfahrenen Chirurgen durchgeführt; retrospektive Analyse; bei einigen Sportarten könnten die Fallzahlen zu gering sein (evtl. mangelnde statistische Power für Surfen, Reiten, Motorsport, Kanufahren), um die Nullhypothese zu verwerfen.

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