Wie nehmen Physiotherapeuten das biopsychosoziale Management von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen wahr?

Wie nehmen Physiotherapeuten das biopsychosoziale Management von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen wahr?

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Physiotherapeuten, das biopsychosoziale Modell und die Leitlinien!!!

Es gibt starke Hinweise darauf, dass unspezifische chronische Rückenschmerzen (NSCRS) mit einer komplexen Interaktion von physischen (Mitchell et al., 2009; O’Sullivan, 2004, 2005), verhaltensbedingten (Gatchel et al., 2007), psychologischen (kognitiven und emotionalen, Pinheiro et al., 2016; Vlaeyen und Linton, 2012) und sozialen bzw. lebensstilassoziierter Störungen in Zusammenhang stehen. (Bjorck-van Dijken et al., 2008; Gatchel, Peng, 2007; Hoogendoorn et al., 2000) Faktoren, die das Potenzial haben, einen Teufelskreis aus Schmerzen und Funktionsverlust aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund wird übereinstimmend gefordert, nichtspezifische, chronische Rückenschmerzen innerhalb eines multidimensionalen, biopsychosozialen (BPS) Rahmens zu betrachten (Hill et al., 2011; Koes et al., 2010; O’Sullivan, 2012), was sich in den neuere NICE-Guidelines und Positionspapieren zu Rückenschmerzen niederschlägt (Foster et al., 2018; NICE, 2016).

Das Management mit einem potenziell komplexen Zusammenspiel von BPS-Faktoren erfordert eine Verschiebung der traditionellen physiotherapeutischen Ausbildung und Praxis hin zur Berücksichtigung psychosozialer Faktoren, um „psychologisch informierte“ Interventionen zu ermöglichen (Main und George 2011). Dies stellt eine Herausforderung für die Behandlung von Rückenschmerzen durch Physiotherapeuten dar (Foster und Delitto, 2011), da es notwendig ist, eine alternative Perspektive in Bezug darauf einzunehmen, wie nichtspezifische Rückenschmerzen verstanden und behandelt werden sollten. Relevant ist dies besonders deswegen, weil Studien darauf hindeuten, dass Physiotherapeuten einige Einstellungen und Überzeugungen über Schmerzen hegen, die nicht mit einem modernen Rückenschmerzverständnis kompatibel sind. (Ali und Thomson, 2009; Burnett et al., 2009; Daykin und Richardson, 2004; Gardner et al., 2017)

Die Umsetzung eines BPS-Ansatzes erfordert es auch, dass Physiotherapeuten ihren traditionellen Tätigkeitsbereich erweitern und spezifische Kompetenzen über mehrere Bereiche hinweg entwickeln (O’Sullivan, 2012). Nur wenige Studien, die psychosozial orientierte Interventionen für den Bereich des nichtspezifischen Rückenschmerzes untersuchten, haben das Qualifikationsniveau der Therapeuten bestimmt, das erforderlich ist, um solche Ansätze in der klinischen Praxis erfolgreich anzuwenden. Neuere Studien (Nielsen et al., 2014; Synnott et al., 2015; Zangoni und Thomson, 2017) deuten darauf hin, dass sich Physiotherapeuten, die sich weitgehend biomedizinisch orientiert haben, schlecht gerüstet fühlen, um psychosoziale Faktoren effektiv zu adressieren.

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich daher mit der Frage, wie Therapeuten das biopsychosoziale Modell, das Management auf der Grundlage dieses Modells und ihre berufliche Situation in diesem Kontext wahrnehmen?

 

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468781218301784

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