YOGA vs QIGONG

YOGA vs QIGONG

„Ja, ich hab mir gedacht, ich fange jetzt mal mit Yoga an.“

Diesen Satz wird der ein oder andere von einem Patienten sschon mal gehört haben. Stellt sich die Frage, wie wir darauf reagieren sollen. Den Menschen mit seinem in seinem aufkeimenden Engagement in eine aktive Bewältigung unterstützen oder den Vorschlag eines alternativen Trainings geben? Wird Yoga ihn weiterbringen?

Einen Impuls kann die Arbeitsgruppe um Michael Teut (Berliner Charité) liefern. In einer RCT (n=176, Journal of Pain, März 2016) wurden 3 Gruppen (Yoga, Qigong, No Treatment) nach 3 Monaten Interventionszeit miteinander verglichen.

Auf der Skala „Schmerzintesität“ (Functional Rating Index: 0 – 4) zeigte sich kein Vorteil der Interventionen gegenüber „Wait and See“.

Was heißt das nun für unseren interessierten Yogaeinsteiger?

Yoga und Qigong bei CLBP scheinen nicht per se unwirksam zu sein.

Andere Studien ( Aboagye 2015 , Cramer 2013 ) kommen zu einem gegensätzlichen Ergebnis. Yoga scheint bei jungen Erwachsenen mit chronischem Rückenschmerz gut zu funktionieren.

Vielleicht liegt darin der Hund begraben. In der vorgestellten Studie wurden Probanden mit Alter  >65 Jahre untersucht. Nach den Autoren sind eventuell „age-related degeneration of pain perception and processing in older adults“ verantwortlich für ein Ausbleiben der erhofften Wirkung auf den Schmerz.

Karp et al. (2008) haben bereits die Hypothese formuliert: „Older adults with chronic pain are not just a chronologically older version of younger pain patients.” Warum? 60- 70% der älteren Menschen leiden an chronischem Rückenschmerz. Meist hervorgerufen durch osteoarthritische Veränderungen (60%) und muskuloskeletalem Schmerz (40%). Comorbiditäten, eine höhere „Last“ von Schmerzerfahrung durch das Lebensalter und eine geringere Kompensationsfähigkeit (physiologisch und kognitiv) könnten demnach zu einer geringeren Schmerzbewältigungskompetenz bei Älteren Personen führen. Jüngere hingegen bringen andere Ressourcen und Erfahrungen mit. Dies könnte demnach eine Möglichkeit sein, warum eine Yoga- und Qigongintervention bei älteren Menschen eher keine, bei Jüngeren eher positive Effekte in Bezug auf auf CLBP hat.

Also antworten wir unserem Yogainteressierten: „Wie alt sind Sie eigentlich?“ 🙂

 

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